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24.2.87

Stress mit dem Atelier und mit Astrid. Ich brauche Abstand. Meine Lügenfreundin Dagmara heiratet in Guatemala City und hat mich zur Hochzeit eingeladen. Ich verbinde die Reise dahin mit einem Besuch bei meiner zweiten Ex Bettina (Sufi) in San Francisco. Wie immer reise ich chaotisch und unvorbereitet, aber Geld ist zu dieser Zeit genug da. Das erste mal in Amiland!! Und das erste was mir auffällt ist die amerikanische Großkotzigkeit bei den Einreiseformalitäten. Ich sehe Latinos die auf dem SF-Airport aussortiert und wahrscheinlich wieder abgeschoben werden, ....als German Citizen hab ich es da einfacher...

Bettina habe ich jetzt ca. 2-3 Jahre nicht gesehen, sie ist seit Mai 86 in Kalifornien, holt mich mit ihrem alten roten Buick ab, - immer noch ein wunderschöne Frau,  ....aber mittlerweile merkt man ihr den Stress und die Schnelllebigkeit an. Ich bin müde vom Flug und gespannt auf ihre Wohnsituation. Wir fahren über die Golden Gate nach Mill Valley, Marin County. Sie lebt dort in einer 5-Personen-Sannyas-Wg, nahe einem Golfplatz in einem modernen Neubau-Holzbungalow. Der ganze Vorstadtbereich ist sehr großräumig und tot. Gefällt mir nicht. Ich fühle mich nicht wohl dort, - langweilig, mache viele Spaziergänge, aber die Gegend lädt nicht dazu ein: Keine unberührte, sich selbst überlassene Natur. Überall Parkplätze, Picknick Areas, Einzäunungen, Hinweisschilder -, egal ob Beach oder Natur Reservation Park. Alle in der WG arbeiten tagsüber -, ich nehme mir bei ALEMO-Rent-a-Car ein Cabrio und fühle mich gleich unbesiegbar und frei. Mit dem Wagen erkunde ich die Gegend und  trage mich mit dem Gedanken, Bettinas alten Buick zu kaufen und über den PanAmerican Highway durch Mexico nach Guatemala per Auto zufahren (ich kann noch kein Wort spanisch).

Derweil sehe ich mich in der Gegend um und schlage alle Warnungen in den Wind, mich allein downtown zu begebe. Schon die Fahrt ist geil und powert mich an: Wunderschöner milder Februar-Abend, ich fahre wieder über die Golden Gate, links liegt Alcatraz und vorn tut sich die Silhuette von SF auf. Wirklich wie im Fernsehen, ich kann es nicht glauben. Am Anfang habe ich noch Orientierungsschwierigkeiten, aber ich mache trotzdem alles mit dem Wagen, durch den Stadtplan blicke ich noch nicht durch. SF ist aber erstaunlich übersichtlich. Einige Ausfallstrassen, ansonsten die bekannten Viertel, bürgerliche Nobelrestaurants und Cabel Cars etc. Interessiert mich jetzt alles nicht! Ich bin heiß auf das ganz normale Erleben pur, - wie wenn ich dort wohne. Bin aber auch gewarnt worden (Bettina betritt die Tiefgarage nachts nur mit Begleitung). San Francisco hat in diesen Tagen tatsächlich das erwartete Flair: Tagsüber mild, die Leute relativ relaxed, Music Groups hier und dort. – Ich fahre erst mal wieder zurück nach Marin County....

Am nächsten Tag nehme ich’s mir vor: Die Nacht in SF!!! Gestern habe ich noch ein Viertel in oder nahe China Town gesehen -, das interessiert mich! (Ich muss hier erwähnen, mir wird ein untrüglicher Sinn für Szene-Miljeu nachgesagt...). Ich fahre also in das Viertel, dass ich gestern gesehen habe, insbesondere ein Laden, - die Tür ist ein schwarzes Loch und es gehen jede Menge normal-obskure Gestalten ein und aus: Einfach nicht einzuordnen. Viele Schwarze, aber auch einige Weiße, Rollstuhlfahrer, Nutten, Normale...... Überhaupt habe ich in dem Viertel sehr viele Prostituierte gesehen, ich bin auch wohl heiss, aber es ist Wachsamkeit angesagt: seit ca. 2 Jahren ist AIDS ein Thema und mein intuitives Auswahlverfahren hat kein grünes Licht gegeben. Ich bin zwar einige Male mit meinem flotten Cabrio an den Stassenrand gefahren um eine Kanditatin in den näheren Augenschein zu nehmen, aber mein Gefühl hat mir jedes Mal abgeraten. Nun denn, .....da war ja noch dieses schwarze Loch wo alles ein- und ausging. Aber etwas Schiss hatte ich doch: Mit diesem Auto, das so nach Kohle aussieht! Also den Wagen erst einmal zwei Strassenzüge weiter abgestellt. Angezogen war ich normal, Jeans und so...Dann die großen Geldscheine in die linke Arschtasche, das Kleingeld vorn rechts..., und immer noch angespannt, was war das für ein Laden? Meine Fantasie ging etwas durch, aber ich war neugierig. War das ein Puff, ein Spielladen, ein Disco? Ich bin dann zweimal um den Häuserblock gelaufen und jedes Mal einen neugierigen Blick in die Tür geworfen. Nix zu sehen. Aber interessante Leute die rein- und rausgehen. Ok. Hab mir dann eine Flasche Whiskey gekauft (wie in den USA üblich mit einer braunen Papiertüte drumrum zum sofortigen Inkognito-Verzehr. Nach 2 Schluck war Mut da, Flasche ins Cabrio, noch mal ums Carré und 'rein in das schwarze Loch............

Uuunglaublich!! Was habe ich mir eigentlich vorgestellt?? Der ganze Laden war lebendig (im Vergleich zu der toten WG von Bettina). Fast nur Schwarze, einige Weiße, super sympathisch und angenehme Atmosphäre, alles Durcheinander, einige Prostituierte, Schwule, einige Normale. Theke..., Bier bestellt, alles easy, ich musste noch nicht einmal sofort bezahlen. Allmählich haben sich meine Augen an die Dunkelheit gewöhnt: Etwas weiter hinten ist eine Bühne. Irgendjemand singt dort unbeachtet, der Background-Sound kommt hinter dem Vorhang hervor. Der Interpret tritt ab, mässiger Beifall, einige Dollarscheine werdenauf die Bühne geworfen. Dann wohl eine Lokal-Matadorin..., da geht’s richtig ab, die Frau wird angeheizt und gibt ihr letztes, obwohl sie allein auf der Bühne ist und der Sound nur hinter dem Vorhang hervor kommt. Ich bin fasziniert und glücklich, dass ich über meinen Schatten gesprungen bin und hier hereingeraten bin. Zum Schluss gekonnt das Geld in der Tasche sortiert und ohne große Scheine zu zeigen bezahlt. Rückfahrt über die Golden Gate, alles easy. Wiedereinmal hat sich meine Lebensweise bewährt: Reinspringen, keine Angst vorm Risiko, egal was soll schon passieren...?? Gelbe Lichter überall, Verkehr wie zur Rush Hour, - nachts um vier! Dann blau-rotes Blinklicht hinter mir und irgendein Sound über Lautsprecher..., ich verstehe nichts und brauche lange um zu checken: Highway Patrol. Umständlich den Wagen angehalten, weil ich denke ich bin im Film. Ich versteh auch die Lautsprecherdurchsage immer noch schlecht..., ach ja, aussteigen, Hände aufs Wagendach, - ist ja wirklich wie im Fernsehen -. Die Officer haben für meine lange Leitung kein Verständnis, mit einem kurzen Kick werden mir die Füße auseinandergetreten. Dann allmählich habe ich mich auf die Situation eingestellt und kann mich erklären: Ok, ich bin zu schnell gefahren und die angebrochene Whiskey-Flasche im Kofferraum? – „in Germany it's OK“.

Ich darf dann weiterfahren mit einem 150 Dollar-Strafgeld-Ticket. Egal, die können mir die Laune nicht mehr verderben, Kohle habe ich zu dieser Zeit genug und bezahlt habe ich es sowieso nie...
 
Einige Tage danach geht’s auch schon weiter nach Guatemala.


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Copyright ©  Jessica Stüber 2001-2007